Geschichte
An der Stelle des heutigen Bistumshauses befand sich einst die Dompistorei und eine Eustachiuskapelle, in der die Gebeine der Hl. Drei Könige aufbewahrt wurden, bevor sie nach Köln gelangten. 1260 wurde durch ein Schreiben Papst Alexanders IV. die Umgebung der Kapelle den Dominikaner- oder Predigermönchen für eine Niederlassung eingeräumt. 1262 erfolgte die Besiedlung von Metz aus.

1538 richtete der Rat der Reichsstadt Speyer mit dem Einverständnis des Dominikanerpriors Erhard Kiel im Dominikanerkloster eine eigene Ratsschule ein, die bis 1548 in den Konventsgebäuden blieb. Um 1540 beanspruchte der Rat den Mitgebrauch der Klosterkirche und stellte einen lutherischen Prediger an. Als 1628 die Protestanten auf Befehl von Erzherzog Leopold die Dominikanerkirche zurückgeben mußten, setzten sie sich bereits 1649 wieder in den Mitgebrauch der Kirche. 1649-1689 wurden lutherische Pfarrer angestellt. Das Dach des Langhauses wurde 1680 erneuert. 1689 eroberten französische Truppen Speyer und steckten die Stadt in Brand. Dabei gingen auch das Kloster und die Kirche in Flammen auf. Zuvor war die große Orgel der Kirche nach Straßburg gebracht worden. Beim Wiederaufbau 1698 wurden die Konventgebäude aufgeführt, von der Kirche stellte man nur den Chor wieder her. Während der Französischen Revolution wurden Kloster und Kirche beraubt und verwüstet. 1802 wurde der Kirchenchor als Gast- und Vergnügungsstätte mit dem Namen “Hohe Burg” verwendet. Die Konventgebäude wurden an Privatleute verkauft - 1825 kaufte man die Klostergebäude samt zwei Gärten zur Unterbringung des bereits 1823 errichteten bischöflichen Priesterseminars an und renovierte sie.
Am 5. Nov. 1827 öffnete das Priesterseminar seine Pforten. Als Dompropst Valentin Metz sein gesamtes Vermögen dem Seminar vermacht hatte (vgl. die Gedenktafel an der Nordseite der Kirche), konnte am 8. April die “Hohe Burg” samt Garten für 8010 Gulden ersteigert und mit dem Seminar vereinigt werden. Am 8. Dezember 1839 gründete Bischof Johannes von Geissel, später Kardinal in Köln, das Bischöfliche Konvikt und wies ihm die Räume des schon bestehenden Priesterseminars zu. Bis zum 1. Juni 1956 waren, von einer kurzen Verlagerung des Priesterseminars nach Maria Rosenberg während des 2. Weltkrieges abgesehen, beide Institutionen in diesem Gebäude zu Hause. Nach dem Neubau des Priesterseminars auf dem Germansberg bewohnten bis 1985 die Konviktschüler die alte Stätte. Nach einem gründlichen Umbau werden die Gebäude und die ehemalige Konviktskirche als Tagungshaus und geistliches Zentrum des Bistums Speyer genutzt.
Die Kirche St. Ludwig ist für Besucher zu Besichtigung und stillem Gebet geöffnet . Das Bistumshaus St. Ludwig hat auf vielfachen Wunsch hin einen neuen Zugang geschaffen: Es ist jetzt möglich, die Kirche von der Korngasse aus zu besuchen. Die tägliche Öffnungszeiten sind im Sommer von 8-18 Uhr und im Winter von 8-17 Uhr. Sie beherbergt besondere Kunstschätze aus dem 15. Jahrhundert: einen Wirkteppich - aus dem oberrheinischen Raum stammend - und den “Boßweiler Altar”, einen Flügelaltar, der vermutlich aus der Schule von Martin Schongauer stammt.