Zukunft

Priesterseminar wird ins Bistumshaus verlegt
Kostengründe zwingen zum Umzug ins Stadtzentrum
Notwendige Renovierung würde 6 Millionen Euro kosten

Das Speyerer Priesterseminar kehrt an seinen früheren Ort im Herzen der Stadt zurück: Nach einer Grundsatzentscheidung der Bistumsleitung soll die kirchliche Ausbildungsstätte wieder im Bistumshaus St. Ludwig untergebracht werden. Über die Zukunft der bisher genutzten Gebäude am Germansberg im Süden Speyers ist noch keine Entscheidung gefallen. Der Umzug soll innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren erfolgen. Grund für die Aufgabe des alten Standorts ist nicht zuletzt eine notwendige Renovierung des 1955/56 errichteten Priesterseminars St. German, deren Kosten auf bis zu sechs Millionen Euro geschätzt werden. Angesichts der angespannten Lage des Bistumshaushalts können für diese Maßnahme keine Mittel bereitgestellt werden. Auch stünden die Aufwendungen für die Renovierung und die weitere Unterhaltung des Hauses in keinem Verhältnis zur geringen Belegung der Ausbildungsstätte. Mit der Verlegung des Priesterseminars wird das Bistumshaus St. Ludwig noch stärker als geistliches Bildungszentrum profiliert. Die kirchliche Einrichtung in der Johannesstraße blickt auf eine lange Tradition zurück. Seit der Gründung 1262 diente das Haus mit der Kirche St. Ludwig 500 Jahre lang dem Dominikanerorden als Kloster. Seit 1826 war es Priesterseminar des Bistums Speyer, bis Mitte der fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts die hohe Zahl von Priesteramtskandidaten den Neubau am Germansberg notwendig machte.
 
Pastoralpraktische Ausbildung in Speyer
Zudem war das heutige Bistumshaus von 1839  bis 1985 „Bischöfliches Konvikt“, das heißt Internat für Schüler mit  Interesse am Priesterberuf. Nach einer grundlegenden Renovierung weihte  Bischof Dr. Anton Schlembach am 21. September 1990 das „Bistumshaus St. Ludwig“ ein. Ein Jahr zuvor hatte der Bischof die neue Stiftung des Bistumshauses mit dem Ziel der Glaubensvermittlung und Glaubensbildung errichtet. Im Speyerer Priesterseminar erfolgt die pastoralpraktische Ausbildung der künftigen Priester und Pastoralreferenten nach Abschluss ihres Universitätsstudiums. Während dieser Zeit wohnen die Priesteramtskandidaten auch in der kirchlichen Einrichtung. Seit vergangenem Jahr absolvieren infolge einer Neukonzeption der Priesterausbildung der Kirchenprovinz Bamberg zudem Theologen aus den Bistümern Bamberg, Eichstätt und Würzburg ihren Pastoralkurs in Speyer.
ii